Antifouling

Ein Antifouling gilt im Sinne des Chemikaliengesetzes als ein Bewuchsschutz für Boote mit bioziden Wirkstoffen.
Somit unterliegen Antifoulings der

EG - Biozidrichtlinie

Die Biozidrichtlinie regelt die Zulassung und das Inverkehrbringen von Biozid-Produkten auf dem europäischen Markt.

Biozide sind Substanzen, die Organismen vernichten. Heute gibt es eine Vielzahl von Produkten zur Bekämpfung von Schadorganismen. Dazu gehören Insekten, Nagetiere bis hin zu Muscheln ebenso wie Viren, Bakterien und Pilze. Allein ihrer Wirkung wegen ist Vorsicht beim Umgang mit Bioziden geboten.

Hintergrund dieser EG-Verordnung waren die teilweise sehr unterschiedlichen Regelungen in den Mitgliedsstaaten. Außerdem hatte die Verwendung von Bioziden wiederholt zu Umwelt- und Gesundheitsproblemen geführt. Diese hatten aber nur in Einzelfällen und erst nach Eintritt des Schadens zu Maßnahmen und Verwendungsverboten geführt. Durch ein Zulassungsverfahren soll die Beweislast umgekehrt werden. Biozid-Produkte sollen erst dann in den Verkehr gebracht und verwendet werden, wenn die zuständige Behörde festgestellt hat, dass durch deren Verwendung keine unannehmbaren Wirkungen für Mensch und Umwelt auftreten.

Am 16. Februar 1998 wurde die Biozid-Richtlinie (98/8/EG) des Europäischen Parlaments und des Rates veröffentlicht und im Juni 2002 durch Änderung des Chemikaliengesetzes (ChemG) in deutsches Recht überführt.

Die EG-Biozid-Richtlinie schreibt vor, dass innerhalb von zehn Jahren, ab dem 14. Mai 2000, alle im Markt befindlichen bioziden Wirkstoffe erfasst und einer systematischen Überprüfung zugeführt werden.

Das Ziel dieser Prüfung ist, darüber zu entscheiden, ob der betrachtete alte Wirkstoff weiter zulässig oder aufgrund der von ihm ausgehenden Risiken zu verbieten ist.

Am Ende dieser Überprüfung steht jeweils die Entscheidung darüber, ob ein Wirkstoff in die

"Liste zulässiger Wirkstoffe" (Anhang I der Biozid-Richtlinie) aufgenommen wird oder nicht. Dieses Zehn-Jahresprogramm endet am 13. Mai 2010. Ab dann dürfen nur noch zugelassene Biozid-Produkte in den Verkehr gebracht werden.

Der gemeinschaftlichen Entscheidung über die Aufnahme oder Nichtaufnahme eines Wirkstoffs in diesen Anhang I wiederum geht eine sorgfältige, auf ein umfassendes Prüfdossier gestützte Stoffbewertung voraus.

Die Kosten dieser zu erstellenden Dossiers im Zuge der Prüfverfahren können auf sehr hohe Summen belaufen, die der entsprechende Anmelder zu übernehmen hat.

Nicht aufgenommene Wirkstoffe dürfen anschließend nicht mehr in Verkehr gebracht werden.

Das in der Biozid-Richtlinie definierte Ziel, das Zehn-Jahres Programm bis Mai 2010 abzuschließen, wird offensichtlich verfehlt. Aus diesem Grunde wird in Kürze eine Verlängerung des Verfahrens vorgelegt. Voraussichtlich bis Mai 2014.